Der Ewige Kohl: Ein Juwel für uns Garten-Selbstversorger

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Hast du schon vom Ewigen Kohl gehört? Auch bekannt als Baumkohl, Dauerkohl oder botanisch als Brassica oleracea var. ramosa, ist diese Pflanze für mich ein wahres Juwel für jeden Selbstversorger. Mit seinen hellgrünen Blättern, seiner Robustheit und vor allem seiner mehrjährigen Lebensweise gehört er zu den Pflanzen, die ich in einem Selbstversorgergarten besonders schätze.

Denn der Ewige Kohl unterscheidet sich in einem entscheidenden Punkt von den meisten Kohlsorten, die wir normalerweise im Garten anbauen. Wir säen ihn nicht jedes Frühjahr neu aus, warten auf die Ernte und räumen anschließend das Beet wieder ab. Hat sich eine Pflanze erst einmal richtig etabliert, können wir über Jahre hinweg immer wieder von ihr ernten.

Genau solche Pflanzen finde ich für die Selbstversorgung besonders interessant. Ich möchte schließlich nicht jedes Frühjahr bei null anfangen. Mein Ziel ist es, im Garten nach und nach Strukturen aufzubauen, die dauerhaft funktionieren und uns mit möglichst wenig zusätzlichem Aufwand immer wieder Nahrung liefern. Und genau da spielt der Ewige Kohl seine Stärken aus.

Saftiges und feines Grün 

Was ist der Ewige Kohl eigentlich?

Botanisch gehört der Ewige Kohl zur großen Familie der Kohlgewächse und wird meist als Brassica oleracea var. ramosa bezeichnet. Damit ist er eng mit all den Kohlformen verwandt, die wir aus unseren Gärten kennen. Brokkoli, Blumenkohl, Rosenkohl, Kopfkohl, Grünkohl und Kohlrabi sehen teilweise vollkommen unterschiedlich aus und gehören trotzdem alle zum Formenkreis von Brassica oleracea.

Beim Ewigen Kohl wurde über sehr lange Zeit vor allem auf Blattmasse und starke Verzweigung selektiert. Genau diese Eigenschaft erkennt man sofort, wenn man eine ältere Pflanze vor sich stehen hat. Statt einen einzelnen Kopf auszubilden, verzweigt sich die Pflanze immer weiter und produziert zahlreiche Triebe mit neuen Blättern.

Daher stammt übrigens auch die botanische Bezeichnung „ramosa“, die auf die starke Verzweigung hinweist.

Eine ausgewachsene Pflanze kann dadurch mit der Zeit tatsächlich eher wie ein kleiner Strauch als wie unser klassisches Bild einer Gemüsepflanze aussehen.

Und genau das macht ihn für mich so interessant.

Zwischendrin ein Hackschnitzel Weg;)

Ein Kohl, der einfach weiterwächst

Der Ewige Kohl ist nicht nur robust, sondern auch erstaunlich langlebig. Eine gut etablierte Pflanze kann mehrere Jahre am selben Standort wachsen und uns während dieser Zeit immer wieder mit frischen Blättern versorgen.

Ein Grund dafür ist seine stark reduzierte Blühneigung. Viele der heute verbreiteten Formen blühen nur ausgesprochen selten oder teilweise überhaupt nicht. Statt ihre Energie regelmäßig in Blüten und Samen zu stecken, wachsen sie vegetativ weiter und bilden immer neue Triebe und Blätter.

Genau deshalb funktioniert bei diesem Kohl auch die Vermehrung über Stecklinge so hervorragend.

Wenn du ihn einfach wachsen lässt, kann eine ältere Pflanze eine beeindruckende Größe erreichen. Ich bevorzuge allerdings einen regelmäßigen Schnitt. Schneidet man die oberen Triebe zurück, beginnt sich die Pflanze stärker zu verzweigen und wächst wesentlich buschiger.

Für mich hat das gleich zwei Vorteile: Ich komme wesentlich besser an die Blätter heran und bekomme gleichzeitig mehr junge Seitentriebe, die ich wiederum beernten kann.

Im Grunde reagiert die Pflanze auf unsere Ernte also mit neuem Wachstum.

Eine wahrscheinlich uralte Form unseres Kohls

Besonders spannend wird es, wenn wir uns die Geschichte des Ewigen Kohls anschauen. Seine genaue Herkunft lässt sich heute nicht mehr eindeutig rekonstruieren. Wissenschaftliche Untersuchungen gehen jedoch davon aus, dass mehrjährige Kohlformen zu den sehr frühen domestizierten Formen von Brassica oleracea gehören könnten.

Über Jahrhunderte waren solche mehrjährigen Kohlformen in Teilen Westeuropas wesentlich verbreiteter als heute. Historische beziehungsweise erhalten gebliebene Formen finden sich unter anderem in Frankreich, Belgien, den Niederlanden, Großbritannien, Irland, Portugal und auch Deutschland.

Es gibt sogar die interessante Theorie, dass eine Form des mehrjährigen Kohls bereits den Römern bekannt gewesen sein könnte. In der Forschung wurde die Vermutung geäußert, dass der sogenannte Tritian kale, den Plinius im ersten Jahrhundert beschrieb, mit frühen Formen des mehrjährigen Kohls zusammenhängen könnte. Beweisen lässt sich eine direkte Abstammung unserer heutigen Pflanzen daraus allerdings nicht.

Und genau hier wird es für mich interessant: Wir haben möglicherweise keine moderne Gemüsesorte vor uns, sondern einen Überrest einer wesentlich älteren Art, Kohl zu kultivieren.

Früher musste schließlich nicht jede Pflanze perfekt für industrielle Landwirtschaft, maschinelle Ernte und gleichzeitige Reife geeignet sein. Für einen Hof oder Garten war eine Pflanze, von der man über einen langen Zeitraum immer wieder Blätter abschneiden konnte, ausgesprochen praktisch.

Der Ewige Kohl wurde in der Vergangenheit deshalb nicht ausschließlich als Gemüse, sondern teilweise auch als Futterpflanze genutzt.

Mit der modernen Landwirtschaft verschwanden viele dieser alten Formen zunehmend aus unseren Gärten. Wissenschaftliche Untersuchungen beschreiben mehrjährigen Kohl heute als selten gewordene Kulturpflanze, die nur noch in bestimmten Regionen erhalten geblieben ist.

Für mich ist das ein weiterer Grund, solche Pflanzen nicht nur anzubauen, sondern auch weiterzugeben.

Der Ewige Kohl blüht kaum – und genau das macht seine Vermehrung so spannend

Bei vielen unserer Gemüsepflanzen läuft Vermehrung ganz selbstverständlich über Saatgut. Beim Ewigen Kohl sieht die Sache etwas anders aus. Viele der verbreiteten Pflanzen blühen nur sehr selten. Dadurch entsteht entsprechend wenig oder überhaupt kein Saatgut.

Das hört sich zunächst nach einem Nachteil an, ist für uns Gärtner aber überhaupt kein Problem.

Denn der Ewige Kohl lässt sich unglaublich einfach über Stecklinge vermehren.

Und genau diese Eigenschaft dürfte auch ein Grund dafür sein, warum bestimmte Formen über sehr lange Zeit erhalten geblieben sind. Eine gute Pflanze musste nicht jedes Mal neu aus Samen gezogen werden. Man schnitt einfach einen Trieb ab und zog daraus die nächste Pflanze.

Damit erzeugen wir praktisch eine vegetative Kopie der Mutterpflanze.

Vermehrung und Pflege

Ein großer Vorteil des Ewigen Kohls ist seine einfache Vermehrung durch Stecklinge. Wenn du große Stecklinge nimmst und sie in gut gedüngte Erde pflanzt, hast du schon im nächsten Jahr ein großes, kräftiges Kohlgebüsch. Alternativ kannst du die Stecklinge auch zerteilen, um mehr Pflanzen zu erhalten, die dann etwas kleiner bleiben. So hast du im zweiten Jahr viele Kohlbüsche, die eine reiche Ernte liefern.

Steckling-Schnitt ohne Blätter

Meine Methode zur Vermehrung über Stecklinge

Ein großer Vorteil des Ewigen Kohls ist für mich die wirklich unkomplizierte Stecklingsvermehrung. Ich habe damit über die Jahre sehr gute Erfahrungen gemacht.

Dabei gibt es verschiedene Möglichkeiten. Ich kann einen größeren Steckling nehmen und diesen direkt in gut vorbereitete und mit Nährstoffen versorgte Erde setzen. Lasse ich diesen Steckling relativ groß und teile ihn nicht weiter auf, kann daraus sehr schnell eine kräftige Pflanze entstehen. Unter guten Bedingungen hat man bereits im nächsten Jahr einen richtig großen Kohlbusch, von dem ordentlich geerntet werden kann.

Wenn ich dagegen möglichst viele neue Pflanzen gewinnen möchte, teile ich einen längeren Trieb in mehrere kleinere Stecklinge. Dadurch bekomme ich aus demselben Pflanzenmaterial wesentlich mehr Jungpflanzen. Diese sind anfangs natürlich kleiner und benötigen entsprechend etwas mehr Zeit, bis daraus große Büsche werden.

In kleinen Töpfen vorwurzeln

Welche Methode ich verwende, hängt also davon ab, was ich erreichen möchte. Will ich möglichst schnell wenige große Pflanzen haben, nehme ich größere Stecklinge. Will ich meinen Bestand dagegen möglichst schnell vervielfachen oder Pflanzen weitergeben, mache ich daraus entsprechend mehr kleinere Stecklinge.

Zum Bewurzeln können die Stecklinge zunächst in kleine Töpfe mit guter Erde gesteckt werden. Die unteren Blätter entferne ich dabei, damit ein Stück des Triebes sauber in die Erde gesetzt werden kann. Unter geeigneten Bedingungen bildet der Trieb recht unkompliziert neue Wurzeln.

Man kann kräftige Stecklinge auch direkt an ihren endgültigen Standort setzen. Wichtig ist dann vor allem, dass die Erde während der Bewurzelung nicht vollkommen austrocknet.

Genau diese einfache Vermehrung macht den Ewigen Kohl für Selbstversorger so wertvoll. Aus einer einzigen kräftigen Mutterpflanze können mit der Zeit Dutzende weitere Pflanzen entstehen, ohne dass wir dafür jedes Jahr neues Saatgut kaufen müssen.

Mein kleiner Geheimtipp für richtig große Pflanzen

Wenn du genügend Platz hast und möglichst schnell eine große Pflanze bekommen möchtest, würde ich einen kräftigen Steckling nicht unnötig klein zerteilen.

Nimm einen schönen großen Seitentrieb, bereite den Boden ordentlich vor und setze ihn in nährstoffreiche Erde. Ein solcher großer Steckling besitzt wesentlich mehr Reserven und kann nach erfolgreicher Bewurzelung entsprechend kräftig loslegen.

Wenn du dagegen zehn Pflanzen aus demselben Ausgangsmaterial ziehen möchtest, kannst du den Trieb natürlich in mehrere Stücke teilen. Dann verteilt sich das vorhandene Pflanzenmaterial eben auf mehrere kleinere Pflanzen.

Ich mache beides. Einige große Stecklinge sorgen möglichst schnell für neue kräftige Mutterpflanzen und aus einem anderen Teil ziehe ich viele kleinere Pflanzen zur weiteren Vermehrung.

Standort und Boden

Obwohl der Ewige Kohl ziemlich robust ist, merkt man ihm einen guten Standort deutlich an. Er wächst am besten in einem nährstoffreichen Boden mit einer guten Versorgung mit organischem Material – z.B. ein Hügelbeet;)

Kohl gehört schließlich zu den Pflanzen, die ordentlich Masse produzieren. Und diese Masse muss irgendwo herkommen.

Ich versorge den Boden deshalb gerne mit Kompost und organischem Material. In einem funktionierenden Permakultursystem lässt sich der Ewige Kohl sehr schön in dauerhaft bewirtschaftete Bereiche integrieren, in denen der Boden regelmäßig gefüttert und möglichst wenig gestört wird.

Sonne ist grundsätzlich gut, aber der Ewige Kohl kommt auch mit Halbschatten zurecht. Gerade in sehr heißen Sommern kann ein Standort, der nicht den gesamten Tag in der prallen Sonne liegt, durchaus Vorteile haben.

Wichtig ist vor allem, einer älteren Pflanze ausreichend Platz zu geben. Ein Ewiger Kohl, den wir jahrelang wachsen und verzweigen lassen, braucht irgendwann eben mehr Raum als ein Salatkopf.

Ernten, ernten und noch einmal ernten

Der Name „Ewiger Kohl“ ist natürlich etwas übertrieben. Keine einzelne Pflanze lebt wirklich ewig.

Das Prinzip dahinter trifft es trotzdem ziemlich gut.

Wir können über einen sehr langen Zeitraum immer wieder einzelne Blätter und junge Triebe ernten, ohne die gesamte Pflanze aus dem Boden zu nehmen. Solange wir sie nicht komplett kahl schneiden und ihr genügend Blattmasse für weiteres Wachstum lassen, produziert sie ständig neues Grün.

Ich ernte bevorzugt die jungen und mittelgroßen Blätter. Dadurch bleibt die Pflanze im Wachstum und bildet immer wieder neue Triebe.

Bei einer größeren Pflanze kommt dabei erstaunlich viel zusammen. Und weil wir nicht auf einen einzigen Erntetermin angewiesen sind, nehmen wir einfach das, was wir gerade brauchen.

Für einen Selbstversorger ist genau das unglaublich praktisch.

Ich brauche keinen kompletten Kohlkopf, den ich anschließend innerhalb weniger Tage verarbeiten muss. Ich gehe in den Garten, schneide einige Blätter ab und der Rest wächst weiter.

Geschmack und Verwendung

Der Ewige Kohl besitzt einen milden Kohlgeschmack, den ich persönlich sehr schätze. Gerade die jüngeren Blätter sind schön zart und lassen sich vielseitig verwenden.

Junge Blätter können beispielsweise roh in Salate gegeben werden. Größere Blätter verwende ich lieber gekocht, gedünstet oder in anderen Gerichten, in denen ich normalerweise Kohl oder anderes Blattgemüse verwenden würde.

Auch zum Einlegen eignet er sich.

Wenn gerade mehr wächst, als wir frisch verbrauchen können, lassen sich die Blätter außerdem wunderbar blanchieren und anschließend einfrieren. Damit haben wir auch außerhalb der direkten Ernte immer einen Vorrat zur Verfügung.

Gerade diese Vielseitigkeit macht den Ewigen Kohl für mich so wertvoll. Er ist nicht irgendeine exotische Pflanze, die zwar spannend aussieht, mit der man in der Küche aber nichts anfangen kann. Er liefert ein Gemüse, das wir ganz normal in unseren Alltag integrieren können.

Ein hervorragender Kohl für Permakultur

Für mich gehört der Ewige Kohl zu den Pflanzen, an denen sich der Gedanke der Permakultur wunderbar erklären lässt.

Ich pflanze einmal.

Ich baue einen guten Boden auf.

Ich pflege die Pflanze.

Und anschließend ernte ich über Jahre immer wieder davon.

Gleichzeitig produziert die Pflanze ständig neues Material für ihre eigene Vermehrung. Ein abgeschnittener Seitentrieb kann zur nächsten Pflanze werden. Werden ältere Pflanzen irgendwann schwächer, ziehe ich vorher neue Stecklinge und erneuere damit meinen Bestand.

Dadurch muss der Ewige Kohl eigentlich nie vollständig aus meinem Garten verschwinden.

Eine Pflanze kann sterben. Die Kultur bleibt trotzdem erhalten.

Und genau deshalb ist der Begriff „Ewiger Kohl“ für mich eigentlich ziemlich passend.

Ein wichtiger Punkt: Auch Ewiger Kohl bleibt Kohl

Bei aller Begeisterung darf man allerdings nicht vergessen, dass auch diese Pflanze zu Brassica oleracea gehört.

Damit können grundsätzlich dieselben Gäste auftauchen, die wir von anderen Kohlpflanzen kennen. Kohlweißlingsraupen, Kohlfliegen, Erdflöhe, Blattläuse, Schnecken und natürlich hungrige Vögel können sich ebenfalls für den Ewigen Kohl interessieren.

Auch Kohlhernie kann problematisch werden, besonders auf Flächen, auf denen über Jahre viele Kreuzblütler angebaut wurden.

Der große Vorteil einer kräftigen, etablierten Pflanze ist allerdings ihre enorme Blattmasse. Ein paar angeknabberte Blätter bedeuten nicht automatisch den Verlust der gesamten Ernte.

Trotzdem schaue ich regelmäßig nach meinen Pflanzen. Gerade Raupen des Kohlweißlings können innerhalb kurzer Zeit erstaunliche Mengen Blattmasse verschwinden lassen.

Warum ich mehrere Pflanzen an verschiedenen Stellen halte

Bei einer Pflanze, die sich so einfach über Stecklinge vermehren lässt, sehe ich keinen Grund, nur ein einziges Exemplar zu besitzen.

Ich verteile wichtige Dauerkulturen lieber auf mehrere Stellen.

Das ist für mich ein ganz grundlegender Gedanke der Selbstversorgung. Wenn an einem Standort etwas passiert, habe ich die Pflanze immer noch an anderer Stelle.

Das kann bei einer alten Kulturpflanze wie dem Ewigen Kohl besonders wichtig sein, denn wir können nicht einfach davon ausgehen, dass jede beliebige Gärtnerei diese Pflanze jederzeit im Sortiment hat.

Wenn wir sie besitzen, können wir selbst dafür sorgen, dass sie erhalten bleibt.

Und wir können sie weitergeben.

Ein Steckling kostet uns praktisch nichts. Für einen anderen Menschen kann daraus aber eine Pflanze entstehen, von der er viele Jahre erntet und wiederum neue Stecklinge weitergibt.

Genau solche Kreisläufe gefallen mir.

Ewiger Kohl als Teil einer dauerhaften Selbstversorgung

Je länger ich mich mit Selbstversorgung beschäftige, desto wichtiger werden für mich solche mehrjährigen Kulturen.

Natürlich werde ich weiterhin Tomaten, Zucchini, Kürbisse und viele andere einjährige Gemüse anbauen. Aber ein Garten, der ausschließlich daraus besteht, verlangt jedes Jahr erneut enorm viel Arbeit.

Deshalb möchte ich daneben ein stabiles Gerüst aus Pflanzen haben, die bereits da sind, wenn die Gartensaison beginnt.

Obstbäume gehören dazu. Beerensträucher gehören dazu. Mehrjährige Kräuter gehören dazu. Etagenzwiebeln und Winterheckenzwiebeln gehören dazu.

Und eben auch der Ewige Kohl.

Jede dieser Pflanzen nimmt ein kleines Stück Arbeit aus dem jährlichen Kreislauf heraus und macht gleichzeitig unsere Versorgung stabiler.

Das ist für mich einer der wichtigsten Unterschiede zwischen einfach nur Gemüse anbauen und einem wirklichen Selbstversorgersystem.

Ein Stück Kulturgeschichte erhalten

Vielleicht ist das sogar der schönste Gedanke an dieser Pflanze.

Mehrjährige Kohlformen wurden vermutlich über sehr lange Zeit von Menschen angebaut und weitergegeben. Heute gehören sie zu den seltenen Kulturpflanzen.

Wenn wir einen Ewigen Kohl in unseren Garten pflanzen, bauen wir deshalb nicht nur Gemüse an. Wir erhalten gleichzeitig eine alte Form unserer Kulturpflanzen.

Und dafür brauchen wir keine Saatgutbank und kein Labor.

Wir brauchen lediglich einen Garten, einen Steckling und irgendwann jemanden, dem wir wieder einen Steckling mitgeben.

So kann eine Pflanze über Generationen weiterleben.

Mein Fazit

Der Ewige Kohl ist für mich tatsächlich ein kleines Juwel für Selbstversorger. Er ist robust, mehrjährig, unglaublich einfach zu vermehren und lässt sich über einen sehr langen Zeitraum beernten. Gleichzeitig können wir ihn durch regelmäßigen Schnitt so formen, dass eine kräftige, buschige Pflanze mit vielen jungen Trieben entsteht.

Besonders begeistert mich seine Vermehrung. Aus einer einzigen Pflanze kann ich immer wieder neue Stecklinge gewinnen. Ich kann große Stecklinge verwenden, um möglichst schnell kräftige Kohlbüsche aufzubauen, oder das Material weiter zerteilen und daraus viele neue Pflanzen ziehen.

Damit ist der Ewige Kohl genau die Art von Kultur, die ich in einem Selbstversorgergarten haben möchte. Eine Pflanze, die nicht jedes Jahr wieder unsere volle Aufmerksamkeit verlangt, sondern mit den Jahren zu einem festen Bestandteil des Gartens wird.

Und vielleicht steht genau deshalb irgendwo seit vielen Generationen immer wieder derselbe Kohl – nicht dieselbe einzelne Pflanze, aber ihre über Stecklinge weitergegebenen Nachkommen.

Für mich ist das Selbstversorgung in ihrer schönsten Form.

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