
Schon lange hatte ich den Traum, eine geodätische Kuppel zu bauen. Inspiriert von den Ideen des visionären Architekten Buckminster Fuller, der geodätische Kuppeln als stabile und effiziente Bauwerke bekannt machte, wollte ich die hohe Stabilität und Materialeffizienz einer solchen Struktur nutzen.
Da ich prinzipiell sehr minimalistisch eingestellt bin, hat mir diese Art der Konstruktion und die Möglichkeit, es in einer Art Holz-Fachwerkbau zu verwirklichen, sehr gut gefallen.
…So saß ich dann eines Morgens da und zeichnete einige Zahlen an die Tafel im Wohnzimmer… spielte ein wenig mit dem Gedanken – der Holz-Fachwerk-Kuppel Leben einzutauchen.

Einer Kuppel, die durch eine spezielle Dreiecksstruktur, nicht nur stabil, sondern auch ästhetisch faszinierend ist. Doch statt eines klassischen Gewächshauses, das im Laufe der Zeit unter der ständigen Feuchtigkeit leiden könnte, da Holz nun mal keine andauernde Feuchtigkeit vertägt, was meine erste Idee war, entschied ich mich für etwas Einzigartiges: die Kombination eines Geodomes mit den modularen Elementen einer mongolischen Jurte.
Auf der Suche nach Plänen im Internet, kommt man unweigerlich an Domerama.com vorbei.
Ich empfehle dringend, diese Seite zu konsultieren, bevor ihr irgendwas anfangt. Wenn ihr nicht versteht, was dort zu finden ist, dann holt euch jemanden, der es genau erklären kann – Denn ohne tiefes Verständnis wird es nicht klappen…das kann ich euch aus eigener Erfahrung nur raten;)
Die Idee der geodätischen Kuppeln geht wie schon angedeutet auf den amerikanischen Architekten und Ingenieur Richard Buckminster Fuller zurück. In den 1940er Jahren entwickelte Fuller die geodätische Kuppel als eine Antwort auf das Bedürfnis nach stabilen und effizienten Bauwerken. Er orientierte sich dabei an den stabilsten Verbindungen in der Natur, der Molekülgeometrie.
(Ich empfehle auch nach Geodomen zu googeln…es ist sehr aufschlussreich, was man da findet – und vertieft noch mal das Grundlegende-Wissen, was benötigt wird.)
Diese Kuppeln bestehen aus einer netzartigen Struktur aus Dreiecken, die die Kräfte gleichmäßig verteilen und so eine außergewöhnliche Stabilität und Materialeffizienz gewährleisten – Sturm und Erdbeben sicher.
Fuller sah in diesen Kuppeln eine Möglichkeit, kostengünstigen Wohnraum zu schaffen und gleichzeitig die Ressourcen unseres Planeten zu schonen.
Am 24. August 2021 begann unser Abenteuer. Der Plan war, einen „Jurtodome“ zu bauen – eine modulare, an das mitteleuropäische Klima angepasste Wohnstruktur, die das ganze Jahr über genutzt werden kann und trotzdem modular wie eine Zeltkonstruktion ist. Die Idee war nicht nur funktional, sondern auch eine Herausforderung, die mich geistig und körperlich forderte.
Der Druck, alles beim ersten Versuch richtig zu machen, war enorm. Ich überprüfte und maß alles doppelt und dreifach, um sicherzustellen, dass die Investition am nicht umsonst war – sondern stellte auch sicher, dass ich die Kontrolle über jeden Schritt des Bauprozesses behielt. Das war viel kraft raubender, als ich mir vorgestellt hatte, aber nötig… das heiße trockene Wetter hat noch seins dazu gegeben😅
Eigentlich hat das schon viel früher angefangen – im Winter im Wald, als wir das Stammholz geschlagen haben;)

Nachdem ich dann das Holz – als es wieder wärmer war, zum Sägewerk gebracht hatte, um die richtigen Bretter und Bohlen zu schneiden und das fertige Gut vom Sägewerk wieder geholt hatte, begann ich meinen Arbeitsplatz aufzubauen und loszulegen…
Da ich viele Schritte Dutzende Male wiederholen musste, überlegte ich mir ein System und Routinen.





Am 28. Mai 2022 begannen wir mit dem Aufbau des Geodomes und der Plattform, auf der er stehen sollte. Es war aufregend, die ersten Strukturen aufzustellen und zu sehen, wie unser Traum langsam Gestalt annahm. Trotz der sommerlichen Hitze arbeiteten wir am 7. Juli 2022 eifrig weiter an der Unterkonstruktion. Die Unterstützung von Freunden und Helfern war dabei von unschätzbarem Wert und trug maßgeblich zum Fortschritt bei.







Am 30. Mai 2022 war der Rahmen des Geodomes zu 90% fertiggestellt. Die Struktur beeindruckte bereits mit ihrer ästhetischen Anziehungskraft. Geodätische Kuppeln sind nicht nur funktional, sondern auch visuell faszinierend. Ihre geometrische Schönheit zieht die Blicke auf sich und lädt dazu ein, die Details zu erkunden.
Am 20. September 2022 nutzten wir einen der letzten warmen Tage, um das Baumwolltuch um die Struktur zu spannen. Dabei entdeckte ich eine überraschende Akustik innerhalb des Domes, die dem Raum eine besondere Atmosphäre verlieh. Der Dome, gefertigt aus schönem Douglasienholz, entwickelte sich von einem einfachen Bauprojekt zu einem kunstvollen Werkstück. Vom Fällen der Bäume bis zur Fertigstellung begleitete uns das Holz und erzählte seine eigene Geschichte.

Das Arbeiten mit dem diesem Holz war ein besonderes Erlebnis. Die Bearbeitung der Douglasienstämme, das Sägen und Schleifen bis hin zur Montage der einzelnen Elemente – für mich eine wahre Freude. Das Holz strahlte eine natürliche Wärme aus und verlieh dem Dome eine einzigartige Ästhetik. Das hat man gerade in diesem Bauabschnitt sehr gut fühlen und spüren können.

Wir konnten uns sogar innen mit mehreren Hängematten hinein hängen, darin schaukeln und hüpfen – die Konstruktion hat dem einwandfrei stand gehalten, ohne sich zu verformen oder in sich zu schwingen. Das war ein beeindruckender Moment – mit eigenen Augen zu sehen, wie extrem stabil diese filigran und leicht wirkende Konstruktion eigentlich ist.
Ende September 2022 näherten wir uns der Fertigstellung. Am 29. September war der Jurtodome zu 95 % abgeschlossen. Es war überwältigend, das fast fertige Konstrukt zu sehen, besonders nach all den Jahren, in denen ich von diesem Projekt geträumt hatte.
Etwas zu erschaffen, was vorher einzig und allein in meinem Kopf existierte, ist für mich immer noch eines der schönsten Dinge, um meine Lebenszeit zu verbringen…
Die Hülle des Domes besteht aus mehreren Schichten: Baumwolltuch, Dampfbremse, Holzfaserdämmung und LKW-Plane. Ursprünglich hatte ich geplant, Heuquader als Dämmmaterial zu verwenden, doch aufgrund von Verfügbarkeitsproblemen mussten wir auf Holzfaser zurückgreifen…sehr kostspielig kann ich nur sagen und würde ich so nicht nochmal machen.




Die Bauphase war für mich körperlich und geistig sehr anstrengend und fordernd. Der Erfolgsdruck war hoch, denn die Investitionen sollten nicht umsonst gewesen sein. Ich wollte so wenig Fehler wie möglich machen. Oft habe ich mir bis tief in die Nacht den Kopf zerbrochen, um optimale Lösungen zu finden, die das Vorhaben zu einem Erfolg machen würden…etwas Glück und viel Hilfe von Freunden und Familie war natürlich auch dabei;)



Der Bau eines Jurtodomes war mehr als nur ein Bauprojekt – es war eine Reise durch Geschichte, Tradition und Innovation. Es hat mich persönlich an die Grenzen meines möglichen gebracht. Und jetzt, mit der Erfahrung – wie es denn genau geht, würde ich sogar noch mal einen bauen. Von der Art und Weise etwas überarbeitet, aber ja, ich würde es noch mal tun…2.0…aber glaubt mir, das war schon eine harte Nummer;)
Geodätische Kuppeln, die ursprünglich von Buckminster Fuller als Antwort auf das Bedürfnis nach stabilen und nachhaltigen Strukturen entwickelt wurden, haben sich als äußerst vielseitig erwiesen. Unser Jurtodome kombiniert diese Baukunst mit den praktischen Vorteilen einer Jurte, was ihn zu einem idealen Wohnraum für verschiedene klimatische Bedingungen macht.
Der Jurtodome ist ein Zeugnis für die Verbindung von Tradition und moderner Technik. Es ist ein Ort, der zum Träumen, Leben und Arbeiten einlädt. Diese Konstruktion, die wir mit eigenen Händen geschaffen haben, repräsentiert Leidenschaft für nachhaltiges Bauen und Liebe zur Natur.
