
Es ist jedes Jahr das gleiche Bild: Die Bäume hängen voll, und viel zu viel von diesem wertvollen Obst landet einfach auf dem Boden und verfault. Dabei ist es eine der schönsten Beschäftigungen, diese Schätze der Natur haltbar zu machen. Vor einer ganzen Weile habe ich hier schon mal über mein Christkindler Apfelmus geschrieben, aber heute geht es um den perfekten Snack für zwischendurch, der ganz ohne Chemie auskommt.
Man muss nicht immer alles im Laden kaufen. Es gibt so viele Menschen, die einen Garten mit alten Obstbäumen haben, aber die Ernte nicht mehr schaffen oder schlichtweg nicht die Zeit dafür finden. Oft hilft ein Blick in die Umgebung oder bei Kleinanzeigen. Da inserieren immer wieder Leute, die froh sind, wenn man die Äpfel und Birnen abholt. Manchmal reicht auch einfach Mundpropaganda – man kommt ins Gespräch, hilft ein bisschen beim Pflücken und bekommt dafür kistenweise bestes Bio-Obst geschenkt.

Egal ob man diesen Weg der Obstrettung wählt oder auf andere ehrliche Quellen setzt: Entscheidend ist das Bewusstsein für die Herkunft und die Wertschätzung für das, was wir am Ende verarbeiten.
Damit die Früchte gleichmäßig trocknen und am Ende auch gut aussehen, achte ich auf ein paar Details. Ich schneide die Scheiben maximal 5 mm dick, eher noch ein Stück dünner. Je feiner sie sind, desto schöner wird später die Textur.

Beim Entkernen nutze ich diesen Kerngehäuseentferner*, aber ich setze ihn unterschiedlich ein:
• Äpfel: Hier steche ich das Gehäuse komplett aus, damit diese typischen, sauberen Ringe entstehen. Dann halbiere ich sie und schneide sie längs in Scheiben. So entsteht ein halber Ring – das ist die schnellste und einfachste Methode.


• Birnen: Da Birnen oft kleiner und schmaler sind, würde ein kompletter Durchstich zu viel vom guten Fruchtfleisch rauben. Ich halbiere sie erst und fahre dann nur mit der halben Rundung des Ausstechers durch die Mitte. So bleibt mehr von der Birne übrig. Auch sie schneide ich längs in Scheiben.



Als Arbeitsunterlage dient mir ein massives Walnussholz-Brett. Das habe ich von einer kleinen Manufaktur, die Naturholz extrem hochwertig verarbeitet. Die fertigen dort alles in Handarbeit und gehen sogar auf Sonderwünsche ein – deswegen gerne dort kaufen und supporten;) – und wenn ihr wissen wollt, wie man so ein Brett vorbereitet und pflegt gerne hier vorbeischauen: demnächst;)
Es ist interessant zu sehen, wie unterschiedlich die beiden Früchte eigentlich sind, wenn man sich die Inhaltsstoffe anschaut:

• Der Apfel: Er ist ein echter Allrounder mit viel Vitamin C und Pektin. Pektin ist ein Ballaststoff, der lange satt macht und gut für die Verdauung ist. Außerdem stecken viele Flavonoide drin, die als Antioxidantien wirken.

• Die Birne: Sie ist meistens säureärmer und daher oft verträglicher für Menschen mit empfindlichem Magen. Dafür punktet sie mit Mineralstoffen wie Kalium und Bor. Bor ist ein Spurenelement, das eine wichtige Rolle im Stoffwechsel spielt. Da Birnen oft mehr Fruchtzucker haben, sind sie die perfekten Energielieferanten.
Die Birnen lasse ich meistens pur, weil sie durch ihren eigenen Zuckeranteil schon extrem gut schmecken. Bei den Äpfeln mag ich aber eine feine Veredelung. Dafür nutze ich meine Rommelsbacher Mühle und pulverisiere Rohrzucker* zu einem ganz feinen Staub.

Diesen Puderzucker mische ich mit echtem Ceylon-Zimt*. Das ideale Mengenverhältnis für die Mischung ist bei mir 1 Teil Zimt auf 5 Teile Zucker. Dann kommt noch ein Teil echter Buorbon Vanillezucker* dazu – Das sorgt für ein intensives Aroma, ohne die Süße des Apfels zu erschlagen. Dann kommt noch eine Messerspitze Vitamin C Pulver* dazu – Das gibt noch ein bisschen mehr Säure und Vitamin. Die Apfelscheiben werden darin gewendet, nachdem sie aus dem Dörrgerät kommen. Da sonst der Zucker das Gitter und das Gerät komplett versauen. Das wollen wir natürlich nicht😅
Wenn man die fertigen Früchte aus dem Gerät nimmt, merkt man sofort den Unterschied:

• Die Äpfel (links) werden richtig schön fest fast knusprig. Sie sind nah an dem typischen „Crunch“, den man von Chips erwartet.

• Die Birnen (rechts) hingegen bleiben durch ihren hohen Zuckeranteil etwas weicher und zäher. Sie werden nicht so kross wie die Äpfel, was beim Essen eine tolle Abwechslung ist.
Wer will kann es dann noch Vakuumieren*…so hat man einen Vorrat eines wundervollen Snacks🙌😅

Am Ende ist es genau dieses Gefühl, das den Unterschied macht: Zu sehen, wie aus dem geschenkten Obst vom Nachbarn, das sonst vielleicht am Boden verrottet wäre, ein hochwertiger Vorrat für das ganze Jahr entsteht. Es ist ein tiefer, befriedigender Prozess, die Ressourcen zu nutzen, die ohnehin da sind, und dabei die volle Kontrolle über die Qualität zu behalten. Man schafft etwas Bleibendes, weiß bei jedem Biss exakt, was drin steckt, und schließt so den Kreislauf zwischen der Fülle der Natur und der eigenen Vorratskammer. Es braucht keine komplizierten Zutatenlisten und eine ungewisse Herkunft und Qualität, wenn man das Handwerk wieder selbst in die Hand nimmt.
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